Sonntag, 24. März 2019
Notruf : 112

Gemeinsame JHV der Homberger Feuerwehren

86 Mal. So oft mussten die Feuerwehrleute in den Ortsteilen der Stadt Homberg 2016 ausrücken. 17 Mal war tatsächlich ein Feuer der Anlass. Weitaus häufiger, nämlich in 40 Fällen, war eine Hilfeleistung gefragt und acht Mal andere Dienstleistungen. Oft wurden sie alarmiert, ohne dass es etwas zu löschen gab oder andere Hilfe nötig war, 21 Fehlalarme wurden im letzten Jahr ausgelöst. „Das sind klar zu viele,“ stellte Stadtbrandinspektor Thomas Stein in seinem Jahresbericht fest.

 

In der gut besuchten Jahreshauptversammlung der Homberger Feuerwehren, an der auch Landrat Manfred Görig und Hombergs Bürgermeisterin Claudia Blum teilnahmen, machte er deutlich, wie dicht Lust und Frust bei der verantwortungsvollen Arbeit der Brandschützer beieinanderliegen. Diese stehen freiwillig, im Ehrenamt, und rund um die Uhr bereit, Menschen und Tieren in Notlagen zu helfen. Mit welchen Widrigkeiten die Brandschützer dabei zu kämpfen haben, war ein Thema des Stadtbrandinspektors.

Allein die Fehlalarme summierten sich nach seinem Bericht auf 124 Arbeitsstunden im Jahr. Ob die Feuerwehrleute, um diese zu leisten, gerade ihre Arbeitsstelle verlassen oder ob sie mitten in der Nacht aufstehen müssen: Es ist eine große und unnötige Belastung, die sich aus den Fehlalarmen ergibt. Das gilt für den einzelnen Feuerwehrmann resp. die einzelne Feuerwehrfrau wie für das Unternehmen, dass sie oder ihn für das Ehrenamt freistellt. „Hier haben wir Gespräche mit den Betreibern gesucht und man hat uns eine konstruktive Zusammenarbeit signalisiert,“ erläuterte der Stadtbrandinspektor.

Er gab zu bedenken, wie wichtig es sei, dass die Feuerwehr schon bei „kleinen Einsatzlagen“ eingreife, denn aus diesen könnten sich größere Brände entwickeln. „So haben wir hier ganz sicher einiges an Sachwerten gerettet,“ sagte er. Als wichtigste Einsätze im Jahr 2016 erinnerte er an einen Zimmerbrand am 1. Januar in der Ernst-Ludwig-Straße, wo durch das „beherzte Eingreifen“ der Brandschützer der Schaden deutlich begrenzt werden konnte. Am 7. Juli rückte die Homberger Wehr nach Herbstein aus, um dort mit einem Tanklöschfahrzeug die Wasserversorgung beim Löschen eines Großbrands zu unterstützen. Ein letztes Mal musste sie kurz vor Jahresende, in der Nacht zum 31. Dezember, zur Hilfe eilen, als ein Unterstand für Brennholz in der Schweriner Straße in Homberg Feuer gefangen hatte. „Hierbei wurden wir von unserem Kreisbrandinspektor und seiner Frau mit wärmendem Kaffee versorgt,“ sagte Stein und nutzte seine Rede, um sich noch einmal für diese Unterstützung zu bedanken. Über solche Wertschätzung aus den eigenen Reihen hinaus habe man gelegentlich auch aus der Bevölkerung „lobende Worte“ gehört, beispielsweise bei einer Gemeinschaftsübung am Homberger Schloss.

Soweit das Lob von außen. Die Anerkennung guter Leistung in den eigenen Reihen fand ebenfalls gebührenden Raum bei der Jahresversammlung. Neben den zahlreichen Brandschutzehrenzeichen und Anerkennungsprämien zeichnete Bürgermeisterin Claudia Blum auch Partner und Förderer der Feuerwehr aus (siehe separater Bericht).

Damit die Feuerwehr ihre Aufgaben solide und zuverlässig erfüllen kann, bedarf es einer guten Ausrüstung. Mit der Einführung des Digitalfunks für die Feuerwehr und einem neuen Tanklöschfahrzeug seien in dieser Hinsicht wichtige Fortschritte gemacht worden, berichtete der Stadtbrandinspektor weiter. Zusätzlich konnte durch eine großzügige Spende von 20 000 Euro von Ingrid Krauß-Kellermann die Ausstattung verbessert werden, unter anderem durch die Anschaffung einer Wärmebildkamera. Thomas Stein ging auch auf die diversen Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen ein, an denen die Feuerwehrleute teilgenommen haben. Er regte an, dass bestimmte Inhalte der Ausbildung zusammengeführt und kompakter angeboten werden, um den zeitlichen Aufwand für die Teilnehmenden zu verringern. Ein Vorschlag, den er bei der nächsten Regionalkonferenz der Feuerwehren einbringen will und der großen Beifall im Publikum fand.

Die einzelnen Gruppierungen in den Ortsteilen forderte er auf, sich stärker an den Veranstaltungen zu beteiligen. Ob beim Stadtfest oder dem Jubiläum der Ohmtalschule stellten immer die gleichen Wehren die Helfer. „Hier können und sollten wir noch ein wenig besser werden“, lautete sein Appell.

 

Insgesamt wurde deutlich, wie engagiert sich die Feuerwehr der Herausforderung stellt, unter den Bedingungen der modernen Arbeitswelt ihre ehrenamtliche Tätigkeit auszuführen. Dennoch wird die Personaldecke immer kürzer und die Vereinbarkeit von Berufsleben und ehrenamtlichen Engagement durch Schicht- und Wochenendarbeit immer schwieriger. Um diese Konflikte zu entspannen sah der Stadtbrandinspektor insbesondere die Politik gefordert, „größere Verantwortung zu übernehmen“.